PROJECT ON-FARM

TITEL DES PRAXISBEISPIELS

AGRI ELTER – Ein Beispiel aus dem Olivenanbau

IDENTIFIKATION DES PRAXISBEISPIELS

Rahmendaten

AZ. AGRICOLA ELTER

Land

  • Italien

Name des Betriebs

  • Einzelbetrieb

Landwirtschaft

  • Ackerbau/Gartenbau

Direktvermarktung

  • Ab-Hof Verkauf

DER BETRIEB

Azienda Agricola Francesco Elter ist ein Bio-Bauernhof in Calci, in den Bergen von Pisa, in der Toskana. Das Hauptprodukt des Betriebs ist biologisches natives Olivenöl extra. Dieses wird aus den Oliven von den insgesamt circa 4000 Olivenbäumen des Hofes erzeugt. Neben dem Olivenanbau verfügt der Hof über eine eigene Ölmühle, in der das native Olivenöl extra hergestellt wird. Das Olivenöl wird ab Hof verkauft. Des Weiteren wird auf Olivenöl-Verkostungen die hohe Qualität der Produkte vermittelt.

WODURCH ZEICHNET SICH DER BETRIEB AUS?

Ziel des Betriebes war es, von Anfang an, ein hochwertiges Olivenöl herzustellen. In der Ölmühle wurden verschiedene Olivenöle mit unterschiedlichen organoleptischen Eigenschaften gewonnen. Dies ist möglich durch die getrennte Verarbeitung von Oliven unterschiedlicher Sorten. Die aus jeder einzelnen Olivensorte gewonnenen Öle sind charakteristisch und haben jeweils unterschiedliche Aromen und Geschmacksrichtungen. Um diese verschiedenen Produkte aufzuwerten, war es notwendig, eine Kommunikationsstrategie zu verfolgen, die die Qualität des Öls durch Verkostung und die Kombination des Öls mit Lebensmitteln vermittelt, so dass das Öl als geschmacksvoller und geschmacksgebender Bestandteil des Essens und nicht nur als bloße Zutat betrachtet wird. Die Verkostungen werden im Hofladen durchgeführt.

WARUM UND WIE KAM ES ZU EINER STRATEGIEÄNDERUNG UND INNOVATIONSEINFÜHRUNG?

Die Qualität des Öls steht im Fokus der Betriebsphilosophie. Deshalb war der Betrieb von Anfang an daran interessiert, alle Produktions- und Verarbeitungsschritte bestmöglich umzusetzen. Der Kauf einer eigenen Ölmühle war deshalb eine logische Entscheidung. So kann das Öl selbst auf dem Ho hergestellt werden. Außerdem können Verbraucher:innen den Herstellungsprozess des Olivenöls verfolgen und somit den Prozess von der Olive bis zur Flasche miterleben. Durch diesen Einblick wird die Kundenbindung verstärkt.

WELCHE HERAUSFORDERUNGEN GAB ES?

Die größte Herausforderung war die Bürokratie, die mit der Einrichtung einer Ölmühle und Räumen zur Lebensmittelverarbeitung einhergeht. Die Verfahren zur Genehmigung der Ölmühle und zur Aufnahme der Produktion können sehr langwierig sein. Ein weitere Herausforderung stellen die Verbraucher:innen dar: Natives Olivenöl extra ist traditionell ein Geschmacksprodukt. Für viele Verbraucher:innen ist es schwer die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ölen zu erkennen. Deshalb hat der Betrieb es sich zur Aufgabe gemacht, zumindest ein paar der ca. 500 Olivensorten, aus denen mindestens genau so viel Olivenöle gewonnen werden können, den Verbraucher:innen näherzubringen.

REFLEKTION DER ERGEBNISSE

Der Betriebsleiter ist mit dem bisherigen Wachstum zufrieden. Darüber hinaus ist er vor allem stolz darauf, dass das Bewusstsein für hochwertige Olivenöle bei den Verbraucher:innen gestärkt wurde. Jetzt sind die Menschen in der Lage, verschiedene Sorten zu erkennen und die Besonderheiten jedes einzelnen Öls zu schätzen. Aber bewussterer Konsum bedeutet auch anspruchsvollerer Konsum: Dies wird zur Entwicklung eines Marktes für hochwertige Olivenöle führen.

ERFAHRUNGEN UND AUSBLICK

Alles in allem ist der Betrieb, mit dem, was erreicht wurde, zufrieden. Allerdings ist zu kritisieren, dass sich anfangs zu sehr auf die Produktion der Ölmühle konzentriert wurde und infolgedessen die Öffentlichkeitsarbeit und der Verkauf außer Acht gelassen wurde. Daraus wurde gelernt, dass zwar die Qualität des Öls einen wichtigen Faktor darstellt, aber dass die Kommunikation dieser Qualität zu den Verbraucher:innen umso wichtiger ist.

ABSCHLIEßENDES

Allgemeine Bewertung

„Wir arbeiten stetig an der Verbesserung und am Ausbau des Unternehmens, wobei wir die Werte, auf denen es basiert, immer im Fokus behalten: Qualität, Liebe zum Detail und vor allem ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.“

Ratschläge und Empfehlungen

„Um wirtschaftlich zu überleben, muss eine hohe Qualität geliefert werden und diese Qualität muss den Verbraucher:innen vermittelt werden. Durch den Anbau von Oliven unter unseren geographisch herausfordernden Bedingungen, erhalten wir das Landschaftsbild und die Biodiversität. Das hat für uns einen unschätzbaren und nicht monetarisierbaren Wert. Es ist wichtig, die Kultur des Öls und alles, was damit zusammenhängt, zu fördern; wie wir es beispielsweise durch Verkostungen und Schulungen tun.“