PROJECT ON-FARM
TITEL DES PRAXISBEISPIELS
Aufbau eines biozertifizierten Legehennenbetriebs
IDENTIFIKATION DES PRAXISBEISPIELS
Rahmendaten
El olivar de Bankiva
Land
- Spanien
Name des Betriebs
- Einzelbetrieb
Landwirtschaft
- Tierzucht
- Produktverarbeitung auf dem Betrieb
Direktvermarktung
- Bauernmärkte
- Onlineverkauf
DER BETRIEB
Beatriz Quero gründete vor zwei Jahren einen Legehennenbetrieb. Auf 17 Hektar hat sie zwei Hühnerställe mit 3500 m² bzw. 5500 m² in denen sie derzeit 705 Hennen nach Bio-zertifiziert hält. Ihre Haupteinnahmequelle ist die Direktvermarktung von Eiern an Bioläden und der Ab-Hof Verkauf. Letzterer macht 70 Prozent ihres Einkommens aus.
WODURCH ZEICHNET SICH DER BETRIEB AUS?
Beatriz hatte das Projekt ursprünglich viermal so groß geplant, das war allerdings nicht unmittelbar umsetzbar. Deshalb begann sie anfangs mit nur einem Stall. 2022 erweiterte Beatriz den Betrieb um einen zweiten Stall. Noch erwirtschaftet der Betrieb keinen Gewinn. Durch weiteres, organisches Wachstum soll dies aber bald möglich sein. Bislang lag ihr Fokus darauf in das Wachstum des Betriebs zu investieren. Dazu gehörte die Anschaffung einer Solaranlage, da sie nicht über einen Stromanschluss verfügt. Auch ein Wasseranschluss fehlt, weshalb sie sich Wasser von einem Tankwagen liefern lassen muss. Bis heute verpackt Beatriz die Eier selbst. Jedoch hat sie sich inzwischen eine Eiersortiermaschine gekauft.
WARUM UND WIE KAM ES ZU EINER STRATEGIEÄNDERUNG UND INNOVATIONSEINFÜHRUNG?
Beatriz entschied sich die Branche zu wechseln und begann deshalb mit dem Aufbau ihres Legehennenbetriebs. Die Sicherstellung von Strom- und Wasserversorgung sind eine Voraussetzung für ein erfolgreiches Wirtschaften. Aus Tierwohlgründen entschied sie sich zudem für biozertifizierte Freilandhaltung.
WELCHE HERAUSFORDERUNGEN GAB ES?
Als Quereinsteigerin in die Landwirtschaft hatte sie diverse Probleme. Die Fördermittelakquise war eine Herausforderung für sie und die verfügbaren Förderprogramme waren nicht immer auf kleine Biobetriebe zugeschnitten. Den Veraltungsaufwand für die Biozertifizierung empfindet sie ebenfalls als anspruchsvoll. Darüber hinaus hatte sie anfangs Probleme mit Greifvögeln und musste großflächig Schutznetze installieren. Bis heute steht sie vor der Herausforderung, dass die Schlachthöfe in der Umgebung keine Tiere bei ihr abholen, weil ihr Betrieb zu klein ist. Das bedeutet einen zusätzlichen Mehraufwand für sie, da sie die Hennen selbst zum Schlachthof fahren muss.
REFLEKTION DER ERGEBNISSE
Wenn der Betrieb, wie bisher, wächst schafft Beatriz es bald mit ihrer extensiven Legehennenhaltung rentabel zu wirtschaften. Auch mit der Nachfrage ist sie zufrieden. Sie hat außer in den Sommerferien keine Probleme ihre gesamte Produktion zu verkaufen. Des Weiteren hatte Beatriz gehofft, mehr mit anderen Erzeuger:innen zusammenzuarbeiten. Stattdessen fühlt sie sich als Quereinsteigerin teilweise auf sich alleine gestellt, obwohl sie einem Bauernverband angehört.
ERFAHRUNGEN UND AUSBLICK
Heute weiß Beatriz, welche Firmen sie mit der Installation von Anlagen zur Geflügelzucht beauftragen kann und welche darin wenig Erfahrung haben. Darüber hinaus würde sie sich im Nachhinein beim Stallbau nach Möglichkeit stärker an den Produktionszyklen orientieren. Perspektivisch denk Beatriz daran zu prüfen, inwiefern sie einen kleinen Schlachtbetrieb gemeinsam mit einem Putenzuchtbetrieb aufbauen kann. Eine Lockerung der Vorgaben für kleine Betriebe macht dies nun möglich und das stellt eine Gelegenheit dar, die Transportkosten zu reduzieren und die Wertschöpfung zu steigern.
ABSCHLIEßENDES
Allgemeine Bewertung
Die Errichtung des Betriebs war ein großes Unterfangen: Vorgaben und Richtlinien für die Legehennenhaltung, Biozertifizierung und Hygiene mussten beachtet werden. Gute Beratung ist die Voraussetzung für die Umsetzung eines solchen Projekts. Beatriz hatte das Glück einen Tierarzt mit Erfahrung in der Hühnerhaltung zu finden. Er hat ihr sehr wichtige technische Ratschläge gegeben, und auch Kontakte zu Lieferanten und Kund:innen hergestellt.
Ratschläge und Empfehlungen
Laut Beatriz ist die richtige Beratung ausschlaggebend. Wie bereits erwähnt hatte sie das Glück, einen erfahrenen Tierarzt zu finden, der ihr mit Kontakten geholfen hat. Für kleine Betriebe ist es notwendig mit anderen Betrieben zu kooperieren. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass nicht nur die Produktion, sondern auch die Vermarktung viel Zeit in Anspruch nehmen.

