PROJECT ON-FARM

TITEL DES PRAXISBEISPIELS

Der größte kleinste Bauernhof im Osten der Niederlande

IDENTIFIKATION DES PRAXISBEISPIELS

Rahmendaten

Landschaps- &Zorgboerderij De Rökker

Land

  • Niederlande

Name des Betriebs

  • Familienbetrieb

Landwirtschaft

  • Ackerbau/Gartenbau
  • Tierzucht

Direktvermarktung

  • Ab-Hof Verkauf
  • Bauernmärkte
  • Direktvermarktung über Hofladen oder externen Lebensmittelladen

DER BETRIEB

Die Landschaps- & Zorgboerderij „De Rökker" ist ein Betrieb im Osten der Niederlande, auf dem die Familie Kiewik extensive Landwirtschaft mit sozialen Angeboten betreibt. Henk Kiewik (67) hat zusammen mit seiner Frau Ine (64) den traditionell gemischten Betrieb mit Milchkühen und Schweinen umgebaut. Dort produzieren sie Milch und bauen verschiedene Nüsse und Früchte an. Darüber hinaus bietet der Hof Platz für die Tagesbetreuung von Menschen mit Behinderung. Derzeit gibt es 50 Milchkühe auf insgesamt 45 Hektar Land. In der Vergangenheit hat ihr Sohn Jorrit (30) aus den Erzeugnissen des Betriebs Milchprodukte, Brot und Fleisch hergestellt. Diese wurden sowohl auf lokalen Märkten und an Restaurants verkauft. Derzeit wird allerdings nur Honig über den örtlichen Supermarkt und Gemüse direkt ab Hof verkauft, während Milch und Fleisch über Kooperationen vertrieben werden.

WODURCH ZEICHNET SICH DER BETRIEB AUS?

In den letzten Jahren hat sich der Betrieb immer mehr diversifiziert und es wurde damit begonnen, Weizen, verschiedene Nüsse und Früchte anzubauen. Darüber hinaus startete der Betrieb die Zusammenarbeit mit einem örtlichen Imker, um Honig zu produzieren. Im Rahmen des Direkthandels verkaufen die Landwirt:innen den Weizen an die örtliche Mühle und den Honig an den örtlichen Supermarkt.

WARUM UND WIE KAM ES ZU EINER STRATEGIEÄNDERUNG UND INNOVATIONSEINFÜHRUNG?

Aufgrund der zunehmenden Nachfrage der Konsument:innen nach regionalen Produkten und Erzeugnissen, begann der Familienbetrieb mit der Produktion einer größeren Vielfalt an biologischen Produkten, um mehr als nur Milchprodukte verkaufen zu können.

WELCHE HERAUSFORDERUNGEN GAB ES?

Die größte Herausforderung stellte die Finanzierung der Diversifizierung dar. Der Familienbetrieb nahm sich zum Ziel, seine Zukunft nicht auf Subventionen aufzubauen, sondern auf den Einnahmen durch den Verkauf der eigenen Erzeugnisse. Um die Einkommensquelle etwas breiter zu gestalten, versuchten Henk und Ine „slow tourism“-Angebote auf ihrem Bauernhof zu integrieren – allerdings gestaltete sich das schwieriger als gedacht. Stattdessen konnte ein Tagesangebot für Menschen mit Behinderungen erfolgreich etabliert werden.

REFLEKTION DER ERGEBNISSE

Betriebsleiter Henk Kiewik ist froh darüber, dass der Betrieb von der Familie geführt wird, und zwar nicht nur von einer Generation. Der generationenübergreifende Austausch fördert die Inspiration und stärkt das Unternehmen und die Familie. Außerdem diversifiziert sich der Betrieb, wodurch er widerstandsfähiger für die Zukunft wird.

ERFAHRUNGEN UND AUSBLICK

Der Betrieb wird momentan mit eigenen Mitteln umgebaut. Die Schaffung alternativer Einkommensmöglichkeiten dauert sehr lange. Henk Kiek ist der Meinung, dass dies einfacher gewesen wäre, wenn sie anfangs den Aktionsradius nicht so stark erweitert hätten. Auch wenn er der Überzeugung ist, dass ebendieser Aktionsradius wesentlicher Bestandteil der Betriebsentwicklung ist.

ABSCHLIEßENDES

Allgemeine Bewertung

Die Betriebsfamilie ist zufrieden mit der Entwicklung des Familienbetriebs, der sich von einem geschlossenen, von der Gesellschaft distanzierten Raum zu einem Zentrum entwickelt hat, in dem Menschen zusammenkommen und eine Vielzahl hochwertiger Lebensmittel produziert werden. Sie können es kaum erwarten, zu sehen, wohin sie dieser Prozess führen wird und auf die Entwicklung zurückzublicken, die sie in der vergangenen Zeit gemacht haben.

Ratschläge und Empfehlungen

Henk Kiewik ist überzeugt von der übergenerationalen Zusammenarbeit. Darüber hinaus hat er mit Kulturschaffenden und Expert:innen außerhalb der Landwirtschaft zusammengearbeitet, um Pläne für die Zukunft des Betriebes zu entwickeln. Dies eröffnete viele Möglichkeiten und schuf ein starkes Team von Fachleuten, die sich aktiv an der Entwicklung des Betriebs beteiligten.