PROJECT ON-FARM
TITEL DES PRAXISBEISPIELS
Marians Milchviehbetrieb
IDENTIFIKATION DES PRAXISBEISPIELS
Rahmendaten
Marians Hof
Land
- Slowakei
Name des Betriebs
- Familienbetrieb
Landwirtschaft
- Tierzucht
- Produktverarbeitung auf dem Betrieb
Direktvermarktung
- Ab-Hof Verkauf
DER BETRIEB
Marian Glovatakist ist der Besitzer eines Milchviehbetriebs in einem kleinen Bergdorf im Norden der Slowakei. Der Betrieb bewirtschaftet rund 100 Hektar und hält 27 Milchkühe und einige Kälber. Marian bewirtschaftet den Hof zusammen mit seiner Frau Monica. Sie haben einen Angestellten. Zusätzlich beschäftigt er regelmäßig ein oder zwei Saisonarbeitende. Marian und seine Frau haben den Betrieb vor zehn Jahren von Marians Eltern übernommen. Sein Vater begann nach dem Zusammenbruch des Kommunismus mit zwei Kühen als Landwirt im Nebenerwerb und baute den Betrieb langsam auf. Marian professionalisiert den Betrieb, hält seine Tiere aber weiterhin auf der Weide und verzichtet auf Silage, um eine hochwertige Milch zu erhalten. Außerdem begann er mit der Milchverarbeitung zu traditionellen Käsen wie den Orbache. Alle seine Produkte setzt der direkt Ab-Hof ab.
WODURCH ZEICHNET SICH DER BETRIEB AUS?
Der Familienbetrieb zeichnet sich durch seine innovative Nutzung sozialer Medien und seine Angebote als Lernbauernhof aus. Als Lernbauernhof arbeiten sie darüber hinaus mit Schulen zusammen.
WARUM UND WIE KAM ES ZU EINER STRATEGIEÄNDERUNG UND INNOVATIONSEINFÜHRUNG?
Während der Ausgangssperren der Corona-Pandemie kamen keine Verbraucher:innen mehr auf den Hof, um einzukaufen. So beschlossen Marian und seine Frau auf sozialen Medien über den Hof zu berichten, beispielsweise über die Geburt eines Kalbes. Die Nutzung sozialer Medien ist günstig und transportiert die Geschichte und das Wirtschaften eines Betriebes. Und das erweist sich als effektive Methode, um für die eigenen Produkte zu werben.
WELCHE HERAUSFORDERUNGEN GAB ES?
Durch die Milchverarbeitung stiegen die administrativen Anforderungen, die bereits für die Landwirtschaft alleine eine Herausforderung für den kleinen Betrieb darstellen. Da der Zugang zu Land jedoch beschränkt ist, sieht Marian in der Direktvermarktung eine gute Möglichkeit um entlang der Wertschöpfungskette zu wachsen ohne die Primärproduktion signifikant ausweiten zu müssen.
REFLEKTION DER ERGEBNISSE
Der Betrieb hat eine schwierige Phase durchgemacht. Mehrfach schon haben sie über die Betriebsaufgabe nachgedacht. Die Unterstützung der Familie und der Kund:innen, die die hochwertigen Produkte nachfragen, motivieren sie weiterzumachen.
ERFAHRUNGEN UND AUSBLICK
Für die Zukunft hofft er, die Landwirtschaft fortzusetzen. Er sieht zwei verschiedene mögliche Szenarien: Entweder geht es in Richtung Automatisierung. Er erwägt den Kauf von Melkrobotern und die Digitalisierung der Kommunikation mit den Verbraucher:innen (über eine mobile Terminplanungs-App). Alternativ möchte er die Betriebsabläufe durch bauliche Änderungen optimieren.
ABSCHLIEßENDES
Allgemeine Bewertung
Der Hof ist ein schönes Beispiel für einen Familienbetrieb. Marian ist leidenschaftlicher Landwirt und legt viel Wert auf die Produktion hochwertiger Produkte. Aber er sieht die Herausforderungen auch als Chancen. Er führt die Nutzung von Sozialen Medien während der Covid-19-Pandemie ein und fand diese Innovation sinnvoll, um die Grenzen eines eingeschränkten Kundenkontakts zu überwinden. Seiner Ansicht nach sollten alle Landwirt:innen und insbesondere diejenigen, die Direktvermarktung betreiben, die mit sozialen Medien umgehen können.
Ratschläge und Empfehlungen
Laut Marian kann jede:r Landwirt:in erfolgreich sein: „Wenn Sie bereits ein guter Landwirt sind, der qualitativ hochwertige Produkte herstellt, dann sind Sie sicher in der Lage, die Wertschöpfung ihres Betriebs zu steigern. Es ist nicht schwierig, Produkte zu verarbeiten, aber es ist umso schwieriger gute Qualität zu produzieren. Marketing auf sozialen Medien ist eine erfolgreiche Methode, um Ihre Produkte zu bewerben. Wenn Sie gute Produkte haben, ist es ein effektives Werkzeug, um sie zu vermarkten. Aber der erste Schritt ist es, qualitativ hochwertige Produkte herzustellen.“

