PROJECT ON-FARM

TITEL DES PRAXISBEISPIELS

Frisches Gemüse vom Biohof Decker

IDENTIFIKATION DES PRAXISBEISPIELS

Rahmendaten

DeckersBiohof

Land

  • Deutschland

Name des Betriebs

  • Einzelbetrieb

Landwirtschaft

  • Ackerbau/Gartenbau
  • Produktverarbeitung auf dem Betrieb

Direktvermarktung

  • Ab-Hof Verkauf
  • Bauernmärkte
  • Onlineverkauf

DER BETRIEB

Christoph Decker, 38 Jahre alt, ist Gärtnermeister und Leiter des Biohofs Decker. Der Hof liegt in Bühl (Baden-Württemberg) in der Nationalparkregion Schwarzwald. Seit den frühen 1970er Jahren wurde der Betrieb nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet. Das führten die Deckers fort, als sie den Hof 2004 übernahmen. Deshalb beteiligen sie sich auch an der Bio-Modellregion „Mittelbaden+", einer Aktion des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Heute hat der Hof insgesamt circa 100 Mitarbeiter:innen, davon sind 4 Familienmitglieder. Der Hof umfasst insgesamt 20 Hektar Ackerfläche. Der Betrieb baut unter anderem Kartoffeln, verschiedene Kohlsorten, Zwiebelpflanzen, Rüben und Schnittsalate an und kauft weitere Produkte von anderen regionalen Bio-Partnern und -Höfen zu, um das Sortiment der eigenen Direktvermarktungskanäle zu ergänzen. Die Produkte werden auf verschiedene Weise vermarktet: Entweder über den Hofladen direkt auf dem Hof, den es seit 2007 gibt, oder über eigens bewirtschaftete Biomärkte in der Region (Baden-Baden und Sinzheim) mit selbst angebauten und hergestellten Produkten und Zusatzprodukten. Ebenso vertreibt der Deckers Biohof seine Produkte über Marktstände. Des Weiteren existiert ein Online-Shop mit Lieferservice und sehr großem Fokus auf Biokisten.

WODURCH ZEICHNET SICH DER BETRIEB AUS?

• Ausbau der Direktvermarktung in Form eines Lieferservice.

• Ausbau der E-Mobilität im eigenen Fuhrpark.

• Ausbau der Abteilung Kundenservice und Kommunikation.

WARUM UND WIE KAM ES ZU EINER STRATEGIEÄNDERUNG UND INNOVATIONSEINFÜHRUNG?

Die Gründe für den Ausbau der Direktvermarktung waren/sind:

• Stärkung des Vertriebs

• Engerer Kontakt mit Verbraucher:innen, um schneller auf Trends und die individuelle Nachfrage reagieren zu können

Gründe für den Ausbau der E-Mobilität:

• Steigende Energiekosten für Verbrennungsmotoren

• Unabhängigkeit von externen Einflüssen im Energiesektor durch eigene Stromproduktion

WELCHE HERAUSFORDERUNGEN GAB ES?

Betrachtet man das Thema der E-Mobilität, so waren die größten Hindernisse höhere Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge, sowie eine geringere Lieferreichweite dieser. Bezogen auf den Lieferservice, also die Direktvermarktung, so stellten extrem hohe Personalkosten eine Schwierigkeit in der Umsetzung dar.

REFLEKTION DER ERGEBNISSE

Die Einführung des Lieferservice war ein großer Erfolg. Der Betrieb ist sehr zufrieden mit der Innovation und der Lieferservice hat einen höheren Absatz der eigenen landwirtschaftlichen Produkte ermöglicht. Die E-Mobilität hat sich dagegen als ausbaufähig erwiesen.

ERFAHRUNGEN UND AUSBLICK

Aufgrund des hohen Erfolgs mit dem Lieferservice würde der Betrieb auch im Nachhinein keine Änderungen an dem Konzept vornehmen. Lediglich im Bereich der E-Mobilität wäre es ratsam in Zukunft früher auf E-Mobilität zu setzen und auch früher mit dem Ausbau von selbst erzeugtem Strom zu beginnen.

ABSCHLIEßENDES

Allgemeine Bewertung

Das Unternehmen besteht seit rund 30 Jahren und verfügt über Erfahrungen in den Bereichen Hofladen, Wochenmarkt, Baumschule, Lieferservice und Verwaltung. Die Kombination aus Büromanagement, Kundenservice in den Hofläden sowie im Online-Shop und direkt an der Quelle in der Gärtnerei, schafft einen ganzheitlichen Mehrwert an Fachwissen in dem Familienunternehmen.

Ratschläge und Empfehlungen

• Marketingkonzept erstellen und zuverlässige Käufer:innen bzw. Kund:innen suchen und finden

• Marketingkonzept jährlich anpassen

• Beratung im Anbau und in Bereichen, die nicht selbst abgedeckt werden können, einholen

• Die nachhaltigste Anbauform wählen (Bio-Anbau)